Empowerment - Die vernachlässigte Zutat für Leadership, persönliche Entwicklung und Erfolg

Historisch

Herrscher Insignien

Insignien sind nicht nur Abzeichen, sondern die Symbole der übertragenen Macht.
Von Gottes Gnaden. Dito Kirche, Papst, Johannes.
Direkte Abfolge.

Hierarchisch von oben nach unten.

Die Berechtigung für etwas, dann aber auch die Ermächtigung zu etwas und von etwas.
Kette, Freimaurer, der Kreis der Eingeweihten.

Übertragung
Das Od, feinstofflich, vom Lehrer auf den Schüler, Initation, die Hand Auflegen.

 

Japan Shinto Shrine

Heute

vorzugsweise im Grünen Mem, das jegliche Hierarchien ablehnt, spielen solche Überlegungen scheinbar keine Rolle mehr.
Der Umstand, dass mir so etwas nicht gefällt heißt aber lange nicht, dass der zugrunde liegende Mechanismus nicht mehr existiert.

Familiensysteme

 

Verkettung der Generationen.
Wenig untersucht, spricht aber einiges dafür, dass nicht nur Schuld und Scham weitergegeben wird, sondern auch deren Gegenteil, nämlich Befähigung übertragen wird.
Wir reduzieren Erkenntnisse, nach denen z.B. Kinder aus reichen Familien, exorbitant höhere Chancen haben selbst erfolg-reich zu werden, gerne auf oberflächliche, sichtbare Faktoren. Aber vielleicht spielt gerade da auch die Übertragung eine Rolle, die eben auch dazu ermächtigt, z.B. Reichtümer an zu häufen - und sie damit andern "weg zu nehmen" oder sie für sich arbeiten zu lassen und sie letztendlich aus zu beuten.

psychologisch:

In Beziehungen: man/frau kann den Standpunkt einnehmen, dass der andere in der Lichtung auftaucht -und sich entfaltet- die ich ihr zur Verfügung stelle. Das klingt abstrakt, passiert jedoch immer und meist ohne bewusste Kontrolle. Zu- und Abneigung spielen da eine Rolle, die Frage ob ich den anderen in seiner Größe - seinem Potential wahrnehme oder in seinen Bedingtheiten und Fehlern und natürlich wie groß ich diese Lichtung gestalten kann, ohne es als Konkurrenz / Bedrohung zu erfahren bzw. was ich dem anderern an Wachstum zutraue.

Vulgo: ob ich an jemanden glaube oder eher zweifle.

Das ist relativ gut untersucht. Psychologisch nehme ich mich im Du wahr und erkenne mich. da spielt es wohl eine entscheidende Rolle bei dem, was ich wahrnehme, wie mich mein gegenüber sieht.

Leadership

mit dem letzten Absatz sind wir mitten drin. Empowerment findet also immer dann statt, wenn eine Führungskraft ihren Mitarbeitern eine Lichtung zur Entfaltung zur Verfügung stellt und den anderen in seinem Potential sieht und im Laufe des Prozesses bestätigt -gerade auch bei Rückschlägen und Pannen- und auf dem Weg zur Entfaltung unterstützt. Dies geschieht nicht, indem sie ihm sagt, was er zu tun oder zu machen hat oder Lösungswege vorgibt.  Wenn man das Prinzip von Empowerment verstanden hat, merkt man sofort, dass durch solcherart wohlgemeinte "Hilfe" das Gegenteil passiert. Eltern, Lehrer, Führungskräfte sind oftmals hochgradig  ent-mächtigend.

 

Last: Wodurch werden heute eigentlich Leader ermächtigt?

Sicherlich durch Beweis von Wissen und institutionalisierte Zertifizierungen. Dadurch qualifiziert man sich sozusagen für die Thronfolge. Es ist nur wenig beruhigend, dass dieses System heute genauso wenig mit echter Qualifizierung für Leadership zu tun hat wie früher z.B. durch Geburt erworbene Thronfolge. Die eigentliche Ermächtigung erfolgt dann durch die klassische Beförderung, also das Einsetzten auf eine bestimmte Position, früher der Thron, von der aus per se macht ausgeübt werden kann. Szepter und Apfel, die insignien der Macht sind durch S Klasse und Zeichnungsrahmen/Spesenkonto ersetzt worden. Das ist wenig neues und auch nur wenig inspirierend.

Es scheint aber im Grünen Mem eine Besonderheit zu geben, die einen Blick wert ist:

Die eigentliche Übertragung, die früher von oben nach unten stattgefunden hat, verläuft jetzt zusätzlich horizontal: die Gruppe überträgt dem Leader die Ermächtigung zum Führen.

Wo das nicht der Fall ist, reichen Chefsessel und Insignien nicht aus, der Versuch zu Führen bleibt immer ein Kampf mit hohen Reibungsverlusten. Oft zu sehen, wenn aus bestehenden Teams einer in eine Führungsposition gehoben wird und vergisst, sich die Ermächtigung der Gruppe zu holen. Das Team gestaltet hier sozusagen die Führung selber oder boykottiert sie.

Leader sind hier aber nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Sie haben immer die Möglichkeit -und sollten dies auch tun- andere in ihre Vision von Zukunft und dem, was zu geschehen hat, damit sie wahr wird, zu gewinnen.
Von da aus ist es meist ein Leichtes sich auch die Ermächtigung zu holen.

Die Ermächtigung der Gruppe ist im Gegensatz zu ihrem historischen Pendant nicht auf Lebenszeit übertragen.
Sie muss erneuert werden, wenn z.B. neue Mitglieder zu der Gruppe kommen, eine neue Vision von Zukunft auftaucht und umgesetzt werden soll, oder wenn sich das Organisationsgefüge/System verändert oder auch einen schweren Schlag bekommt wie z.B. bei Krisen.

 


Wunder, der natürliche Zustand von Mensch Sein

Die Welt ist ein unergründliches Wunder.

Wenn Du den Pfad des Kriegers gehst, bleibt dir dennoch nichts Anderes übrig als zu versuchen, die Welt, dieses unergründliche Wunder, zu ergründen. Das wird dir nicht gelingen. Aber damit wirst du zu einem Teil dieses Wunders werden.

Don Juan nach Carlos Castaneda

Staunen, wundern, überrascht sein, fasziniert sein, große strahlende Augen...

... sind alles Ingredienzien eines erfüllten Daseins, dass wir im Laufe dieses Prozesses von Erwachsen werden gegen Wissen, Langeweile, Trägheit und Zielgerichtetheit eintauschen. Mit ziemlich fatalen Folgen, wie ich glaube.

Zudem schein mir, dass Wunder Raum brauchen. Den wir in unserer Mangel Gesellschaft (siehe "poverty mind" kaum noch haben und immer weiter beschneiden. Die Idee zu dem Namen Room To Move kommt daher. Wunder brauchen vermutlich eine ganz spezielle Lichtung. Non linear, nicht ziel, lösungs oder problemorientiert, aber tief im Sein verwurzelt.

Vermutlich haben wir keine (mehr) Ahnung davon, ein Leben mit Integrität könnte eine Rolle spielen, so wie Smothermon es in seiner "Integritätsleiter" beschreibt und geahnt hat. Die Arbeit mit Wünschengeht sicher er in dieselbe Richtung.

Ein schönes Beispiel für diesen Raum findet sich bei Nassim Taleb, Black Swan, der den Begriff des "Flanierens" wieder entdeckt, als ein Bild dafür, dass wir noch vor hundert Jahren ein Gefühl dafür hatten, dass Absichtslosigkeit die Welt der Möglichkeiten eröffnet. Diese Weite haben wir heute vielerorts gegen Scheuklappen eingetauscht und das absichtslose Gehen, gegen den Stress ständig neuen Zielen entgegen- und oftmals hinterher zu hecheln.

Intrinsisch hat Körper mit Wunder zu tun -den wir heute wie vieles andere auch auf ein primirtives Level von Funktionalität reduziert haben. Shavasana im Yoga - von dem die Lehrer der alten Schule noch wissen, dass es der wichtigste Teil einer jeden Yogastunde ist, hat dies Funktion, die Idee selbstorganisierender Systeme, Jakobsen,und Feldenkrais, die Boudewijn so geschätzt hat und natürliche Bewegung, wie sie im Tanzen stattfinden könnte, wenn ich nicht ständig versuchen müsste andere zu beeindrucken. Was heute in diverser Superstar Shows in immer jüngeren Jahren als Sinn des Ganzen vermittelt wird. Leider.

Dem Leib wohnt etwas inne.

Dieses etwas ist ein unbekannter Weiser.

Nietsche

Ja, und wenn Weisheit kein Wunder ist ...


Prinzipien als Öffnung für Lernen

Ich war immer wenig begeistert von den Versuchen Prinzipien in human oder business Development ein zu setzen. Mir schien das immer unangemessen, grob vereinfachend und ich unterstelle auch heute noch, dass die meisten Prinzipien, die dort auftauchen eher eine Vertiefung verhindern als fördern. Aber sie haben immer wieder die Kraft eine Menge Aufmerksamkeit zu generieren.

Der Durchbruch kam für mich mit Peter Ralston. Von ihm habe ich gelernt, dass Prinzipien eine Einladung sind: sich in etwas hinein zu entwickeln, etwas zu erforschen und es sich dadurch an zu eignen. Prinzipien sind die Schlüssel zu neuen Räumen, zu Veränderung und zum Lernen. Man kann sie haben, kennen oder damit prahlen, da spielen sie keine Rolle. Oder man kann sie nutzen, sich auf das Abenteuer einlassen, dann wird es spannend.

Diese Idee von Prinzipien hat es möglich gemacht hier von dem Vermeulen Prinzip zu sprechen oder die Prinzipien für room to move zu formulieren.

Prinzipien sind eine Fortführung der Haltung des Erforschens.

Ähnlich die Idee der live withs von - hier handelt es sich aber eher um Tools zur persönlichen Entwicklung


Wissen ist der Trostpreis im Leben

Das ist hart in einer Zeit, in der sich das verfügbare Wissen aller paar Jahre verdoppelt.

Fred Kofman - Wissen alles und Können nichts.

Wissen vs. Erfahren

Fähigkeit zur Reflektion va. Recht haben.

Vielleicht


Zeugenbewusstsein die dritte Instanz

"witnessing mind" Ken Wilber,


Großzügigkeit

Großzügigkeit ist ein natürlicher Selbstausdruck, wenn Dein Kontext von Mangel zu Fülle oder zu  gewechselt hat .
Wenn du so willst ist Großzügigkeit eine Seinsart die Dir nach der Transformation des Mangelkontextes zur Verfügung steht.

Großzügigkeit  ist nicht mit Toleranz zu verwechseln. Toleranz hat immer einen Beigeschmack von Überheblichkeit.

Großzügigkeit ist das Gegenteil. Wenn du in Gesellschaft eines großzügigen Menschen bist, ist das wie eine unausgesprochene Einladung zu deiner eigenen Größe zu stehen, dich in deine Größe hinein zu entspannen. Großzügigkeit ist natürlich, sie öffnet den Raum und zwingt nichts - und erwartet erst recht nichts - sie hat genug. Mehr als genug - sie kommt aus dem Kontext der Fülle.

Wenn Du Großzügigkeit erfährst, hast Du die Möglichkeit vielleicht zum ersten Mal in deinem Leben los zu lassen und zu entspannen und das dauerhaft zu bleiben, ganz gleich, was für ein Wahnsinn um dich herum tobt.


skin in the game

der Begriff stammt von Nassim Taleb.

 

 

skin in the game ist ein Prinzip von Room To Move.


Empathie - Endlich eine brauchbare und ballastfreie Definition

Empathie ist eines der Lieblingsworte des New Age. Sicher gestützt durch den Mahayana Buddhismus, die unermüdliche Arbeit des Dalai Lama und des Öko Feminismus und natürlich auch hier durch die Neuro Wissenschaften. Leider mit zu wenig Hirn und Verstand.

Im Einzelnen. Der New Age neigt dazu sich von der Idee des Verschmelzens leiten zu lassen. Aus einem klar deffinierten Ich und DU wird ein kollektives und völlig unklares WIR.

Die Affinität zu und geradezu die Sehnsucht nach Kommunion ist seit Carol Gillighan und später mit Ken Wilber dem weiblichen Typus zugeordnet, der dann auch Empathie für sich beansprucht hat bzw. die Beschwerde über einen Mangel an dieser.

Merkwürdiger Weise wird nicht mehr zwischen Empathie und Konfluenz getrennt. Diese wesentliche Unterscheidung kommt aus den 80ern m.W. von Fritz und Laura Perls und ist bis heute fester Bestandteil jeder Gestalttherapeuthischen Ausbildung.

In meinen Worten:

Konfluenz ist, wenn mich die Geschichte des anderen zu Tränen rührt. Also meine eigene oft verborgene Geschichte resoniert und ich mit dem anderen "zusammen fliesse"

Das hat was, gerade wenn man/frau stolz auf ihre Fähigkeit zu Emotion ist, lässt aber wesentliche Möglichkeiten ungenutzt.

Im gleichen Fahrwasser sind die Neurowissenschaften mit der Vermarktung der Entdeckung von "Spiegelneuronen" - die per Deffinitionem eher den Automatismus oder die Fähigkeit zur Konfluenz und NICHT zur Empathie belegen.

 

Der Mahayana Buddhismus hat zu Empathie eine sehr differenzierte und tief greifende Sicht, die allerdings für den Westen seit Jahren in eine reduzierte und stark vereinfachte Form gebracht wird und die, in hübsche handliche Päckchen verpackt, quasi in Augenhöhe in der Auslage jedes new age shops liegt. Liebe und Mitleid als personal und global game changer.

Dahinter liegt das sog. Bodhisattwa Ideal als zentrale Idee des Mahayana. Im persönliche Bereich repräsentiert durch das Bodhisattwa Gelübde. In der alten Formulierung: auf die Auflösung des Kreislaufs der Wiedergeburten zu verzichten - also auf die persönliche Erlösung die im alten Buddhismus das zentrale Thema war- zugunsten aller empfindenden Wesen.

Diese Haltung gipfelt -und wird zugleich ausdifferenziert- in den sogenannten catur apramana, den "Vier Unermessslichkeiten", die Entwicklungsgeschichtlich vermutlich bis weit in den Hinduismus hineinragen.

maitri, karuna, mudita und upeksha

Liebe, Mitleid, Mitfreude und Gleichmut

Die Idee von Liebe und Mitgefühl ist also wesentlich komplexer als seine reduktionistischen Teilchen glauben machen wollen und wird meist getragen von upeksha, dem letzten der vier Begriffe, der soviel wie eine Haltung von Gleichmut bedeutet und auch erst daraus verständlich und vollständig. Die catur apramana verbieten damit emotionale Exzesse von vorne verbieten und bringen das ganze weg von Konfluenz in einen sehr viel größeren Zusammenhang, der genau genommen sogar unermeßlich ist...

Umfassend zu dem Thema mal wieder Alexander Berzin.

Empathie entgleist also leicht  ohne die anderen Faktoren. Genauso wie Liebe ohne Weisheit. Chögyam Trungpa hat in dem Zusammenhang immer wieder von "Idiot Compassion" gesprochen. Ein Begriff der leider in Vergessenheit gerät.

 

Was bleibt also?

Empathie ist zuerst einmal die Fähigkeit mit dem zu sein, was gerade (im Gegenüber/Patienten) ist. Ohne der Versuchung nach zu geben ihn zu therapieren, zu retten, zu beweisen dass ich ein guter Freund/Coach/oder würdiger Nachfolger von Mutter Theresa bin...

Sehr schön dazu Oriah Mountain Dreamer

...

I want to know if you can sit with pain, mine or your own, without moving to hide it, or fade it, or fix it.

I want to know if you can be with joy, mine or your own; if you can dance with wildness and let the ecstasy fill you to the tips of your fingers and toes without cautioning us to be careful, be realistic, remember the limitations of being human

...

Noch eine wesentliche Abgrenzung

Empathie ist nicht Mitleid (pity) - Empathie findet auf Augenhöhe statt und verbindet, Mitleid trennt und schafft eine Gefälle, ähnlich übrigens die viel beschworene "Toleranz" - auf die wir gemeinhin so stolz sind.

Wenn man den Mahayana mit dazu nimmt ist Empathie eine Aspiration, eine Haltung dafür, dass der andere (und ich selbst) frei von Leiden und der Wurzel oder Ursache des Leidens sein mögen (das Gegenteil davon ist Schadenfreude), die allerdings in Gleichmut erfolgt und gerade diese emotionalen Erschütterungen ausschließt, um die es heute immer wieder zu gehen scheint, wenn wir von Empathie sprechen.

 

Die brauchbarste / funktionalste Definition von Empathie

verdanke ich Günther Schricker, einem erfahrenen Systemischen Aufsteller und Therapeuten aus dem süddeutschen Raum

Empathie sei (für ihn, Günther) neugierig darauf zu sein (zu erfahren) was der Andere gerade (wirklich) braucht.

Diese Definition ist für mich so einfach wie genial und brauchbar.

  • Sie beinhaltet die Haltung der Catur Apramana, das Liebevoll Zugeneigt Sein ohne sein eigenes Gleichgewicht zu verlieren,
  • Sie erschließt im Sinne der Room To Move Prinzipien Neue Möglichkeiten
  • Sie verändert die Beziehungsebene oft dramatisch (wann hat Sie jemand das letzte mal gefragt (ehrlich gefragt) was Sie wirklich brauchen und ihnen den Raum gegeben, das aus zu sprechen oder im Sprechen zu finden? 
  • Sie ist wahrhaft grenzenlos:
    das funktioniert bei Kindern, Paaren, bei Fremden wie bei Freunden, in Gruppen, und im Unternehmen.
  • Sie ist eine "basic skill" für Führungskräfte und
  • Sie verändert die Kultur eines Unternehmens ähnlich schnell wie die Arbeit mit Integrität.  
  • Und sie ist ein hervorragendes "self realization tool", also auf sich selbst angewandt ein Instrument um zu entdecken, was sie im Kern bewegt.

Einzige Voraussetzung ist Neugier - und daran kann es in einer Welt, die den Wert des Einzelnen daran bemisst, was er weiß (und nicht, wie er mit Nicht Wissen umgeht oder wie er lernt), schnell scheitern.

Und - vielleicht ein bisschen Demut: denn nur weil sie 15 Jahre mit jemanden zusammenleben oder ihre Sekrätärin 8 Stunden am Tag sehen, wissen sie vermutlich nichts darüber, was sie wirklich braucht. Bis sie ihn fragen....

 


U-Prozess , eine charmante und unzureichende Idee

Otto Scharmer kam mit Peter Senge Jaworski et al. in einem faszinierenden Prozess auf die Idee des U-Prozesses. Dieser Prozess ist mittlerweile fest verankert, wird in zig workshops , onlinekursen etc. durchgespielt.

Was ihn m.E. so charmant macht ist, dass Otto intuitiv den Nerv des New Age getroffen hat und hier mit einer Form von Gruppenbewusstsein und wie er selbst sagt der Idee vom Ego Bewusstsein zum ECO Bewusstsein zu kommen, arbeitet. Eine ähnliche Betonung des Wir findet sich in Ideen vom Schwarm Bewusstsein und in der Arbeit etlicher New Age Gruppierungen, Thomas Hübel etc..

War der ursprüngliche Prozess den Otto in einem faszinierenden Buch Presencing beschrieben hat, noch spannend und ergebnisoffen, so ist die institutionalisierte Version im U-Prozess für mich nur noch teilweise brauchbar und leidet unter der Krankheit, die alle Ideen über kurz oder lang infiziert: Die Pflicht recht zu haben.

Die alleinige Betonung auf das Eintauchen in das kollektiv Unbewusste um Zukunft zu kreieren ist fragwürdig und nicht der einzige, vermutlich sogar der falsche Ansatz, wenn es um die Gestaltung von Zukunft geht.

In der Auseinandersetzung darüber habe ich mit meinem Freund Gerd Klostermann, einem Schwergewicht der Integralen Szene, entdeckt, dass das U eigentlich auf den Kopf gestellt werden muss.

Die Inspiration kommt aus dem Individuum, das Anteil am Geist hat und nicht dem Unterbewusstsein, dem Kollektiv. 

Das korreliert sehr schön mit Boudewijns Auffassung, der sich immer einem lauwarmen Wir verwehrt hat und statt dessen in bester therapeutischer Tradition auf der Trennung in ein klar deffiniertes Ich und Du insistiert hat.

 

Stichworte:

Otto Scharmer

Edmund Husserl

Durchbruch. Der Sieg über die Vergangenehit

Nicht Wissen Wissen

 


World of Possibilities

oder auch "Kontext von Möglichkeit" Der Begriff taucht bei Rose Stone & Ben Zander auf und bezeichnet zuerst einmal das Gegenteil der world of measurement, der Kontext in dem wir fast alle die Welt erleben. Wenn letztere vor allem vergleichend, bewertend und oberflächlich ist, hat die world of possibilities Tiefe.

Menschliche Tiefe. Es sind die Dinge/Ideen, die uns bewegen, inspirieren, die uns berühren, die unsere schöpferischen Kräfte freisetzen und es uns ermöglichen Zukunft zu erschaffen, ohne den "default" Wert der Vergangenheit zwingend weiter führen zu müssen. Und zwar nicht eine Zukunft, von der wir glauben, dass sie so sein müsste, oder "es so sein sollte" - die Sprache der Unternehmensberater und Politiker)  sondern eine Zukunft die uns im Inneren berührt. Für deren Verwirklichung wir nicht nur einstehen und unser Wort geben, sondern für die wir etwas auf's Spiel setzten, skin in the game ist. Das ist oft unvernünftig oder maßlos (ein selten genutztes Wort, das sehr schön den Abstand zur world of measurment zeigt.) und braucht  Großzügigkeit

Die world of possibilities ist oft identisch mit dem was wir "Vision" nennen. Martin Luther King nannte es "dream". Beiden wohnt die Kraft inne, andere zu begeistern und zu bewegen und Menschen mit leuchtenden Augen zu hinterlassen.

Eine ähnliche, in manchen Bereichen abgeschwächte aber manchmal auch deutlich spielerische, freiere Arbeit ist die Arbeit mit Wünschen. Hier ist v.a. das Wünschesystem von Boudewijn Vermeulen . In vielen Prozessen ist es hilfreich die Wünsche Arbeit  der world of possibilities voran zu stellen. Sie ist ein hervorragendes sanftes aber kraftvolles Training und für Erwachsene oft die erste Möglichkeit seit Jahren mit dieser Seins Ebene wieder in Kontakt zu kommen. Wünsche sind im Gegensatz zur world of possibilities unverbindlich. Sie werden wahr oder auch nicht...


Durchbruch - Oder der Sieg über die Vergangenheit

Ein Durchbruch ist immer ein Sieg über deine Vergangenheit. 

Also: wenn du jetzt etwas tun kannst, was du noch nie konntest, oder etwas nicht mehr tun musst, was du bisher immer tun musstest. So einfach ist das. Durchbrüche sind praktisch und sofort verifizierbar. Theoretische oder intellektuelle Durchbrüche gibt es nicht. Das sind dann Erkenntnisse und die sind wertlos. Oftmals sogar giftig.

Ein Durchbruch ist in der Regel ein Sieg oder Teilsieg über bestimmte Aspekte deiner Überlebenspersönlichkeit. In einem Durchbruchserlebnis verschafft sich das "Unerhörte" Gehör. Du wirst ein Stück vollständiger.

Einem Durchbruch geht meist voraus, dass Du eine Haltung einnimmst, die nicht aus deinen Kindheitspersönlichkeiten, sondern aus dem Erwachsenen Ich kommt, dass Du für etwas, was dich wirklich bewegt dein Wort gibst und Integrität übst -d.h. dafür sorgst, dass das wofür Du einstehst auch passiert.

Vermutlich ist es hilfreich wenn das eine größere Sache ist, also etwas, was über deine kleinen persönlichen Anliegen hinaus geht, oder eine sogenannte "Höhere Sache", die die übergeordnete vielelicht sogar spirituelle Prinzipien vertritt.

Damit kannst du Durchbrüche zwar nicht bewirken und schon gar nicht erzwingen, aber du schaffst das Feld dafür.

Ein Durchbruch geht oft einher mit einer verblüffenden Entdeckung darüber, wer Du bist und wer du in deinem Leben / in Zukunft noch sein könntest und setzt, ähnlich wie Schattenarbeit,  spürbar Energie frei.


Reparaturmodus

Reparaturmodus ist der Standard Modus in dem Mitarbeiter und Führungskräfte laufen, solange sie in einem Kontext von Mangel feststecken.

Der Fokus liegt auf dem, was nicht funktioniert. Wer in der Organisation Probleme am schnellsten / besten identifiziert wird für qualifiziert gehalten und befördert. So zu denken, wahr zu nehmen und zu handeln wird in den jungen, prägenden Jahren vermittelt und später im Schulsystem perfektioniert und geradezu betoniert.

Reparaturmodus ist ein Teil des Kollektiven Traums: die fixe Idee, wie Dinge / Menschen sein zu sind/ haben, damit sie richtig sind.

Der Umgang mit Mängeln ist meist manisch. Im Nationalsozialismus mit seinem Rassegedanken war das extrem.

Heute mag der Reparaturmodus vielleicht noch im Maschinenbau eine notwendige Perspektive sein. Bei Prozessen wird es bereits schwieriger, wenn diese Sicht die einzig verfügbare ist. Consulting sollte man damit gar nicht betreiben, da Systeme grundlegend anders funktionieren - siehe Entropie / Chaos. Reparaturversuche bei Menschen werden immer auf Widerstand stoßen und Personalentwicklung und Erziehung ist im Reparaturmodus vermutlich gar nicht machbar.

Psychologisch ist Reparaturmodus eng mit Jammern / Beschwerde verknüpft.

Die hypertrophierte Form von Reparaturmodus ist Optimierung: die zentrale Komponente des american dream.

Eine echte Alternative zum Reparaturmodus taucht erst auf, wenn der Kontext von Mangel durchbrochen wird. Vorher braucht man eigentlich darüber nicht zu sprechen. Die Stichworte dazu sind auf der persönlichen Ebene "Großzügigkeit" und systemisch organisatorisch "Neue Möglichkeit" oder "world of possibilities

Achso: und wenn wirklich mal was kaputt geht? Dann gilt es der Sache auf den Grund zu gehen, die Ursache - oder was du dafür hältst - zu finden und dafür sorgen, dass es nicht wieder (mit der selben Ursache passiert. Alles andere ist Dummheit. Siehe Panne