Schatten & Schattenarbeit

Schatten ist ein Begriff aus der Psychologie, der im Wesentlichen abgespaltene Persönlichkeitsanteile meint, die es in der sog. Schattenarbeit wieder zu integrieren gilt. Vermutlich haben nicht nur Einzelne und Familien ihre Schatten, sondern auch Organisationen und Kulturen.

Schattenarbeit ist neuerdings durch Ken Wilber

und die “Integral Life Praxis” wieder zu Ruhm gekommen. Sie wird dort als einer von vier essentiellen Bereichen geführt, die für persönliche Entwickliung unabdingabr sind. Wilber führt schlüsssig aus, dass Schattenarbeit durch östliche Systeme -soweit fortgeschritten sie auch sind- NICHT mit abgedeckt wird und versteht dies als elementaren Beitrag der westlichen Psychologie zu einem umfassenden und wirksamen System der persönlichen Entwicklung.

Schatten meint jenen Bereich an ausgeblendeten Ich-Impulsen

die wir gut unter Verschluss halten müssen, weil wir meist früh und schmerzhalt gelernt haben, dass wir sie nicht leben dürfen. Diese Persönlichkeitsanteile verschwinden nicht einfach, sondern wir tragen sie ständig mit uns herum, – nur eben unsichtbar hinter uns. Sie bestimmen unser Handeln mit – in der Regel dadurch dass sie unseren Handlungsspielraum durch Verbote und Einschränkungen beschneiden.

Schatten wird aber immer im Gegenüber sichtbar.

Vor Allem dann, wenn ich mich scheinbar grundlos mit jemandem “verhake” – mich über sein Verhalten maßlos aufrege, Worte wie “immer” ins Spiel kommen, ich jemanden verachte oder bewundere. Immer dann könnte der eigene unterdrückte Impuls, also der Schatten sich zeigen.

Beziehung spielt in der Schattenarbeit eine wesentliche Rolle. Aber lediglich als Spiegel.

Das Integral Institut und Wilber empfehlen den sog. 3-2-1 Prozess.

Bei dem es darum geht den abgespaltenen Impuls in genau der umgekehrten Reihnfolge der Abspaltung wieder zu integrieren. Die Methode in Kurzform: face it – talk to it – be it – Nimm es wahr (Er/Sie/Es macht immer…) sprich mit ihm  (in der zweiten Person: Du tust immer…) und Sei es! ( Ich bin der, der immer…).

Die Nähe zur “Kissenarbeit” der Gestalttherapie ist unübersehbar. Wilber empfiehlt den 3-2-1 Prozess auch als sog. Ein Minuten Modul, was sehr spannend sein kann, wenn man schon Erfahrung mit den eigenen Schatten hat. Sonst ist die Arbeit mit dem 3-2-1 Prozess zwar logisch schlüssig, aber nicht gerade einfach.

Beziehungsklärungen nach dem Vermeulen Analyse Modell – sog. VAMs- sind nach unserer Erfahrung leichter und effektiver.

Ist eine Beziehungsklärung erfolgreich verlaufen, werden diese abgespaltenen Persönlichkeitsanteile weitgehend integriert und die Energie, die vorher dafür aufgewendet werden musste um sie unter Verschluss zu halten steht wieder zur freien Verfügung. Diesen Effekt spürt man sofort. Meist, als ob eine Last abfällt oder sich ein Knoten gelöst hat.

Anders als in der therapeutisch ausgerichteten Schattenarbeit geht es uns hier vor allem um diesen Zugewinn an Energie.