Ich bin einem Ronin begegnet. Einem vagabundierenden Samurai. Die sind ausgestorben? Nein, nur seltener geworden. Und die Wenigen erkennt man/frau meist nicht, wenn man sie trifft.

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Dieser hier sprach sogar mit mir. Über zwei Wörter, die für ihn so große Bedeutung haben und die bei uns fast in Vergessenheit geraten sind.

 

Ja und Nein.

Und ich war sofort bei ihm.

Und bei dieser selten gewordenen Energie, die mit Bestimmtheit verknüpft ist. Mit der Hingabe an eine größere Sache, die das Ego hinten anstellt. Mit einer Klarheit, die in unserer VielleichtKultur fast in Vergessenheit geraten ist und die uns heute beinahe Angst macht.

Jim Collins hat diesen Typus von Leader in seiner bahnbrechenden Untersuchung “Good to Great: Why Some Companies Make the Leap…And Others Don’t” herausdestilliert und darauf seine ganze Konzeption des Level V Leadership aufgebaut.

Geoge Lucas hat sie mit Star Wars in die Kinos gebracht und Millionen begeistert.

Do, or do not. There is no try.

Yoda: “No! Try not. Do… or do not. There is no try.”

 

Und die Zigarettenindustrie beglückt uns mit der Flachland Variante.

Marlboro: “Don’t be a Maybe. Yes or No”

 

Vermutlich alles vergeblich

Ich sage meinen Klienten im Arbeitskontext immer, dass ich nicht daran interessiert bin zu erfahren “warum” sie etwas gemacht oder nicht gemacht haben -ja, es gibt sowas wie Hausaufgaben.. – , sondern nur ob oder ob nicht. Also Ja oder Nein.

Und es ist jedes mal die selbe Leier. Am Anfang Verunsicherung bis hin zur Empörung. Immer wieder Versuche mir ihre Erklärungen und Ausreden trotzdem unter zu jubeln. Hier ist offensichtlich in einer ganzen Generation gründlich was schief gegangen. Zumindest für uns Männer.

 

Und dann nach etwas Zeit, diese ungeheure Erlösung einfach Ja oder Nein sagen zu können. Ohne sich rechtfertigen zu müssen. Deine Taten sprechen eh’ lauter als deine Worte!

Und für mich die Möglichkeit ganz einfach zu antworten:

a) gut gemacht!

b) fail better!

 

Experimentieren Sie damit nicht, wenn Sie im Moment keine Veränderungen gebrauchen können.

Sonst immer. Es lohnt sich. Für Sie selbst, Ihre Mitarbeiter oder Chefs und Ihre Partnern / Kinder.

 

Ein paar Stolpersteine

“warum” – geht gar nicht in diesem Kontext. Das stimmt nicht ganz – geht schon, aber nur unter bestimmten Bedingungen. In der Regel ist dieses “warum” z.B. in “Warum ist … noch nicht fertig!” nur dazu da um Macht auszuüben. Und das geht gar nicht.

“vielleicht” – ähmm. Ich ziehe mein Schwert oder ich lasse es stecken. Wenn du es ziehst, nutze es. Alles andere bringt Schande. Die Ghurkhas sehen das ähnlich wie die Japaner. Nochmal: Bei Unentschlossenheit Finger weg! von scharfen Sachen.

“Ja, aber… “– heißt NEIN
“Nein, aber…” – heißt JA

Beide “aber’s” sehen unscheinbar aus, versuchen aber den Kanal für den ganzen Ego Kram des Gegenübers zu öffnen.
Bleiben Sie bei diesen Intro’s standhaft und “Gehen Sie zurück auf LOS”

 

Hier noch die geschuldeten sieben Atemzüge

Aus Tsunemoto Yamamoto Hagakure: Der Weg des Samurai

 

Ein altes Sprichwort sagt:
“Denke scharf nach und entscheide innerhalb von sieben Atemzügen.”

Fürst Takanobu kommentierte einmal:
“Langes Überlegen stumpft den scharfen Rand einer Entscheidung ab.”

Fürst Naoshige wurde so vernommen:
“In sieben von zehn Fällen stellen sich die Dinge, die zögerlich ausgeführt wurden, als falsch heraus. Von einem Samurai wird schnelles Handeln erwartet bei allem, was er in Angriff nimmt.”

 

Das ist dann also die Meisterschaft.

Domo arigatō gozaimasu Dirk Leising-San für den Impuls.